Musiktherapie

Musiktherapie

 

Bei dem Berufsbild des Musiktherapeuten handelt es sich um einen selbstständigen Heilberuf. In einem dialogischen Prozess ist es Aufgabe des zuständigen Therapeuten in der Musiktherapie, die Gesundheit eines Patienten in emotionaler, mentaler, sozialer, ästhetischer und spiritueller Hinsicht wiederherzustellen bzw. aufrechtzuerhalten. Musiktherapeuten sind in der Lage, Verhaltens- und Gefühlsstörungen, soziale und kognitive Schwierigkeiten wie auch feinmotorische Beeinträchtigungen zu behandeln. Dies geschieht im Bereich der

  • (a) aktiven Musiktherapie (Patienten musizieren bzw. komponieren selbst) wie auch in dem der
  • (b) rezeptiven Musiktherapie (Tanzen, Zuhören, Entspannen, sich ausgelöster Emotionen bewusst werden).

Die zwei Bereiche der Musiktherapie

Durch den (a) Akt des selbstständigen oder angeleiteten Bedienens eines Musikinstruments erhält ein Patient üblicherweise die Möglichkeit, sich mittels der musikalischen Improvisation zu äußern. Dies gibt als “dritter Weg” neben der Gesprächs- oder Gestalttherapie einem Betroffenen Raum und Möglichkeit, Emotionen freien Lauf zu lassen bzw. Blockaden zu lösen. Vorkenntnisse in der Instrumentenführung werden bei der Musiktherapie nicht vorausgesetzt, ein Patient bestimmt das Tempo seines Ausdrucks selbst. In der Musiktherapie kann ein entscheidender Vorteil aus der breiten Unterschiedlichkeit kulturell etablierter Musikinstrumente gezogen werden: Aggressionsäußerungen sind hier ebenso möglich wie filigran und leise ausgelöste Melodien. In seiner Vorkenntnis darüber kann hier ein Musiktherapeut Vorschläge zur heiltherapeutisch erfolgreichen Instrumentenwahl bezüglich der individuellen Patientensituation anregen.

Bei der (b) rezeptiven Musiktherapie handelt es sich um die ältere Therapieoption im Zusammenhang mit Musik. Entweder der Therapeut betätigt sich hier selbst als Musiker oder wählt aus, welche abzuspielenden Musikstücke sich heilend (entspannend, konzentrationsfördernd, krampflösend usw.) auf einen konkreten Patienten auswirken könnten und sollten. Wie nimmt ein Patient Musik wahr? Die Musiktherapie verfügt hier über Erkenntnisse, wie das Wissen über die entsprechende Hörsituation eines Patienten, sein Sozialstatus, dessen Alter sowie dessen Biografie wirksam in den Auswahlprozess der Therapiemusik einfließt. Auch im Zusammenhang mit schweren Krankheiten wie etwa Multiple Sklerose, Epilepsie, Depressionserkrankungen, komatöse Zustände, palliativen Maßnahmen bzw. der Frühgeborenen-Therapie wird diese Art der Therapie gezielt angewendet.

Weitere Infos finden sie hier auf den folgenden Seiten

Bildnachweis:

  • Startseite: Klangschale © Immanuel Giel – wikipedia.org